“Unglücksvogel” Eurofighter

Der Rüstungskonzern EADS habe beim Bau der “Eurofighter” geschlampt, auf Deutschland kämen milliardenschwere Kosten zu. Das meldet die neue Ausgabe des “Spiegel”. Und verweist dabei auch auf negative Erfahrungen mit dem “Unglücksvogel” beim österreichischen Bundesheer.

Explodierende Anschaffungskosten und schwere Mängel bei der Produktion listet das deutsche Magazin in einer vierseitigen Enthüllungs-Story auf. Davon hätte die deutsche Öffentlichkeit erst nach der Bundestagswahl im September erfahren sollen.

Schlimme Erfahrungen mit dem “Eurofighter” zitiert der “Spiegel” aus einer im deutschen Verteidigungsministerium vorliegenden “internen Aufstellung aus Österreich”. 15 ursprünglich großteils für die deutsche Bundeswehr bestimmte “Eurofighter” wurden zwischen 2007 und 2009 an die österreichische Luftwaffe geliefert. “Bis zum Mai 2011 zählte ein Mitarbeiter 68 Defekte an den Fliegern, die zu Notfällen geführt hatten.”

Als hoch gefährlicher Defekt stellte sich zu Beispiel heraus, “dass die Höhenmesser ‘Fehlanzeigen’ bis zu 60 Meter produzierten – im Ernstfall kann das für den Piloten tödlich sein.”

Die Österreicher hätten daraufhin von der deutschen Luftwaffe eine F 4 “Phantom” angefordert. “Die Maschine sollte zwei fehlerhafte ‘Eurofighter’ begleiten, damit man die Anzeige der Höhenmesser vergleichen könne. Doch dann kam etwas dazwischen: Die Elektronik des ‘Eurofighters’ pumpte das Kerosin falsch um. Der Flieger geriet gefährlich aus dem Gleichgewicht. Absturzgefahr.”

Gegenüber dem Magazin dementierte die Lieferfirma EADS Qualitätsmängel am eigenen Produkt.

Vom österreichischen Verteidigungsministerium gab es zur “Spiegel”-Enthüllung bisher keine Stellungnahme. Schließlich wird ja auch bei uns  im September gewählt.

Kommentare

  1. Johann Hochstöger

    Wenn die Politik, hier wie dort, vor Wahlen einen Waffenkonzern schützt, der offenbar schleissige Ware liefert aber ordentlich kassiert dann ist die Frage nach den Motiven dieses Schutzpatronats zwingend.

  2. Richard Wolf

    Bis einschließlich Ende Juni 2013 wurden bei der deutschen Luftwaffe 36941 Flugstunden unfallfrei mit Eurofighter erflogen. Er ist technisch und qualitativ allen anderen Kampfflugzeigen am Markt überlegen. Bei den letzten Red-Flag-Übungen in den USA hat der Eurofighter seine Leistungsfähigkeit mehr als unter Beweis gestellt. Da sind angeblich unschlagbare Wettbewerber dem Eurofighter hinterhergeflogen. Dieser Artikel ist reine Politik und Konzern-Hetze. Wen man keine Ahnung hat solltem an nicht von solchen Dingen schreiben! Ein Flugzeug (wie im Spiegel-Artikel geschildert) kann man nicht “zur Seite” ziehen!

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