Big Brother bei AUA

HC Straches Sperre auf Facebook mag kurios klingen. Muss es aber nicht sein. Kann nämlich durchaus sein, dass hier die US-amerikanische Version von Big Brother zugeschlagen hat. Das wäre, wie das jüngste Erlebnis eines Freundes mit der AUA belegt, durchaus glaubhaft.

Mein Freund, seit vielen Jahren ein Multi-Vielflieger, buchte am 11. Juli Business-Tickets für Wien-Tripolis-Wien für 17. und 18 Juli. Buchung wurde wie zahllose Male davor bestätigt.

Doch nach einiger Zeit erhielt der Freund auf seine Email-Adresse die forsche Aufforderung, die Kopie beider Seiten seiner Kreditkarte und die Kopie seines Passes zu mailen.  Absender Sultan Tanir: Aus Securitiy-Gründen sei es der AUA nicht möglich, die Tickets auszustellen und und die Kosten von der Kreditkarte abzubuchen.

Auf telefonische Anfrage bei der angegebenen AUA-Kontaktnummer erhielt der langjährige, mit allen Daten längst abgespeicherte Kunde und von Geburt an österreichische Staatsbürger die Auskunft: “Uijeh, das haben Sie Pech gehabt und sind in einen Erhebungs-Sicherheitsraster gefallen.”

In wessen Raster und warum, konnte oder wollte die AUA-Mitarbeiterin nicht verraten.

Simpler Fakt ist, dass ein seit vielen Jahren weltweit tätiger österreichischer Unternehmer auf Einladung und mit Sondervisum des lybischen Premierministers zu Geprächen nach Tripolis fliegen will.

Fakt ist, dass die AUA diesem ihrem Stammkunden die hundertfach geübte Buchung für den Flug verweigert.

Beängstigender Fakt ist, dass dies aufgrund eine “Erhebungs-Sicherheitsrasters” unbekannter Provenienz passierte.

Dringender Aufklärungsbedarf. Nicht nur bei der AUA.

Kleiner Nachtrag: Es ging also hier um keine Destinationen in den USA, für deren Anflug wir ohnehin schon offiziell totalen Daten-Striptease machen müssen …

Kommentare

  1. Paloma

    Die AUA behandelt alle Kunden gleich schlecht. Und nicht nur die…sogar die Stewardessen müssen wurstrote Strumpfhosen tragen. Air Berlin ist nicht viel besser. Da kriegt man auf einem Frühflug ein Packerl Currychips.

  2. dr. kokos

    So unbekannter Provenienz wird der Sicherheitsraster schon nicht sein. Die EU hat sich ja schon seit langem von den USA breitschlagen lassen, ihr sämtliche Flugpassagierdaten auszuliefern. Nach 9/11 konnten sie uns ja alles reindrücken!

  3. wilfried

    ..wie schmeckt dann das erst, dass ein Österreicher jüngst ganz einfach IN ÖSTERREICH vom US Geheimdienst kontaktiert wurde, also inhaltlich wie auch visualisiert ausspioniert und aufgefordert wurde, sich aus einem business-Gebiet, das nichts mit den üblichen Milliardengeschäften der “unheimlichen Geheimen” aus USA, wie Waffengeschäften zu tun hat, ab sofort rauszuhalten, denn das Geschäft dort und damit sei ausschließlich den USA vorbehalten … wie schmeckt das dem Kontinent, auf dem man erst die Demokratie erfunden hat und der sich zum willfährigen Erfüllungsgehilfen degradieren ließ….aber, ob da die Cowboys sich nicht etwas in der demokratischen Wiederstandskraft des alten Kontinents irren :)

  4. dr martin schima

    Was sagt denn die Datenschutzerklärung der AUA dazu?

  5. Alfred

    …ich fliege AUA nur mehr dann wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Das Essen ein Fraß, die Freundlichkeit am Nullpunkt.
    Sparen ist o.k., mich als Kunden haben sie eingespart.

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