Klare Rechnung, problematische Ergebnisse

Die gute Nachricht: Die Österreicher leben immer länger. Die schlechte: Damit stiegen über Jahrzehnte auch die Lebensjahre in Pension. Das Ergebnis: Die Kostensteigerungen bei den Pensionen sind auf Dauer nicht mehr zu finanzieren.

16,5 Jahre verbrachte 1980 eine durchschnittliche Österreicherin in Rente. Ihre Lebenserwartung lag bei 76, ihr Pensionsantrittsalter bei 59,5 Jahren. Daraus sind in drei Jahrzehnten durchschnittlich 24 Jahre Pensionistinnen-Jahre geworden (Lebenserwartung 83,3, Pension mit 59,3 Jahren).

Noch dramatischer die Steigerung bei den Männern, die 1980 im Durchschnitt 6,5 Pensionsjahre zu erwarten hatten (Lebenserwartung 69, Pensionsantritt mit 62,5 Jahren). Die Lebenserwartung der Österreicher ist seither um fast 10 Jahre gestiegen, das Antrittsalter nur um einige Monate. Ergibt jetzt 16,3 Jahre Pension – zweieinhalb Mal so viel wie 1980.

Nebenbei: In diesen rund 30 Jahren ist die Zahl der durchschnittlich im Arbeitsleben (= als Beitragszahler) verbrachten Jahre deutlich gesunken.

Noch Fragen zur akuten Pensionsproblematik?

Kommentare

  1. Anonymous

    Ja, ich hab schon eine Frage.

    Mich stört, dass immer so hart betont wird, dass auf Dauer die Pensionen nicht mehr zu “fi nan zie ren” seien.

    Was heißt das? Was heißt auf Dauer? Von wem hängt diese Dauer ab? Heißt das, dass die Inhaber des schnöden Mammons entscheiden werden, ob mittellose Alte eine Lebensberechtigung noch haben werden, wenn ja zu welchen Bedingungen?

    Gibt es eine humane Lösung, wo die Gelderpresser oder Gelddhersteller des schnöden Mammons bewegt werden können, ihre Gelddruckerpresse ordentlich anzuwerfen, um mehr Papierscheine auszudrucken, damit es für alle reicht?

    Müsste das Thema der Gelddrucker-Monopolisten vielleicht mal ernsthaft und groß angesprochen werden?

    Nur so eine Frage …

    • derRabl

      Länger leben bedeutet auch länger berufstätig bleiben und damit überlang gewordene Pensionszeiten verkürzen. Erster Schritt: Pensionsantritt für alle möglichst nahe an 65.

      • Johann Hochstöger

        Eine schöne Theorie so lange 50-Jährige vielfach kaum noch Chancen am Arbeitsmarkt haben weil sie organisiert aus dem Berufsleben gedrängt werden um mit billig(er)en Jungen Gewinne und Boni zu pushen.

        Immer mehr Menschen werden durch jahrelange Arbeitlosenzeit ohnehin ordentliche Abschläge wegen Durchrechnunsgzeiträumen bei der Pension und damit schlechtere Lebensqualität hinnehmen müssen.

  2. Marie Salmhofer

    Hab meinen Namen vergessen zum Beitrag, sorry:

    Marie Salmhofer

  3. Der Realist

    das ist jedem, der auch nur die Grundrechnungsarten beherrscht, doch schon seit Jahren bekannt. Nur die Sozialisten behaupten noch immer, die Pensionen sind auch die nächsten Jahrzehnte in dieser Form finanzierbar.

  4. Rudolf Langer

    Isoliert betrachtet sind wahrscheinlich alle Prognosen bzgl. der Finanzierbarkeit unserer Pensionsentwicklung richtig.

    Aber wie schaut es mit dem “Überbau” aus? Geht uns nicht die “Bezahlarbeit” aus? Müssten wir “Arbeit” aufgrund stetiger Rationalisierungen und steigender Lebenserwartung nicht generell anders verteilen? Mehr, härter und länger zu arbeiten ist natürlich auch ein Weg. Die Frage ist nur, ob er richtig ist.

    Die “Verteilungsfrage” ist eine der wichtigsten in unserer Gesellschaft – und sie ist extrem heikel. Dennoch: Sich davor zu drücken, ist wohl der schwerste Fehler, wenn wir die Zukunft positiv gestalten wollen.

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