Die Industrie macht es sich billig

Flächendeckende Inserate der Industriellenvereinigung in den Samstag-Zeitungen, unterzeichnet von allen zehn Präsidenten und der Vorsitzenden der Jungen Industrie: “MACHEN WIR ÖSTERREICH ZUKUNFTSICHER UND GENERATIONENGERECHT!”

Kühn, dass sich die Industriellen auch “im Namen … ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie ihrer Familien, vor allem im Namen der jungen Generationen” an die Koalitionsverhandler Faymann und Spindelegger wenden.

Leider typisch, dass es sich die Industriellen im Kernpunkt der nötigen Reformen des Pensionsrechtes wieder einmal billig machen. Das faktische Pensionsalter müsse jedenfalls rasch steigen, fordern sie zurecht. ABER: “Kein Bonus-Malus-Quotenmodell!”

Die großen Unternehmen wollen also weiter teure ältere Arbeitnehmer ungebremst abbauen und – bestenfalls – durch billigere Junge ersetzen können. Und dies sehr häufig nur als Mittel zur Gewinnmaximierung. Das Problem der Frühpensionen sollen die öffentlichen Hände lösen oder die Älteren sollen es auf dem Arbeitsmarkt halt wesentlich billiger geben.

Soziale Partnerschaft bei der Lösung eines gravierenden Problems schaut anders aus.

Kommentare

  1. HPR

    Leider nur allzu wahr und nochmals leider nicht nur auf die Industrie beschränkt! Besonders perfid wird allerdings die Geschichte, wenn man die diversen, auch von der Politik unterstützten, Golden Handshake Wellen betrachtet. Gerade die ÖVP hat unter Ihrer Kanzlerschaft laut applaudiert, als staatsnahe Betriebe wie Telekom und ÖBB ältere Mitarbeiter mit gut dotierten Paketen in den Ruhestand geschickt haben – mit 50-55 (lustiger Weise auch noch vom selben Personalchef, der nach der großartigen Einsparung im ersten an das zweite Unternehmen weiter gereicht wurde).

    • PETER JUNGMANN

      NA JA DAS ROTE WIEN FÄLLT JA AUCH NICHT BESONDERS POSITIV AUF BEI DEN FRÜHPENSIONIERUNGEN – 53.5 JAHRE IM SCHNITT IST EIN AFFRONT GEGENÜBER DEN ASVG – PENSIONISTEN.

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