Kleingeister schaffen keine großen Würfe

“Ich erwarte, dass es vor Weihnachten eine Regierung gibt”, drückt Bundespräsident Heinz Fischer bei den Koalitionsverhandlungen auf’s Gas. Als ob es nur auf das Tempo ankäme. Ein wirklich starker Präsident hätte sagen müssen: “Ich erwarte mir, dass die Verhandlungen zu einer Koalition mit klar formulierten Zielen und Lösungen für die großen Probleme führen.” Aber es residieren offenbar rund um den Ballhausplatz nur Kleingeister, die keine großen Würfe schaffen.

Wo soll Österreich in fünf Jahren stehen? Welche großen Probleme sehen wir und was können und wollen wir in der kommenden Legislaturperiode gemeinsam zu deren Lösung tun? Das wären die richtigen Fragen, die der Bundespräsident den Parteien, die sich die Verhandler selbst stellen müssten.

Statt dessen schaut Fischer wieder einmal nur auf den Kalender, Faymann und Spindelegger schielen nur auf die Befindlichkeiten der eigenen Parteien (“Seele” nennt das hochtrabend der SP-Chef) und ihrer dahinter stehenden Interessengruppen von ÖGB bis Wirtschaft.

Die wirklichen Probleme für unsere Zukunft brauchen hier nicht wieder aufgezählt, an die zahllosen richtigen Konzepte aus allen Richtungen von Rechnungshof, über Sozialpartner bis Wirtschaftsforchern muss nicht erneut erinnert werden.

Trauriges und alarmierendes Faktum ist, dass sich die Koalitions-Verhandler längst auf die Suche nach dem bequemen kleinsten gemeinsamen Nenner begeben haben statt die notwendigen größtmöglichen Lösungen zu planen.

Wir erleben wohl die letzte Phase einer ausgelaugten rot-schwarzen politischen Führungsklasse. Und es droht uns das weitere Abrutschen des Landes, das immer noch alle Chancen für eine beherzte Reformregierung böte.

 

Kommentare

  1. roswitha z.

    völlig meine meinung!

  2. Johann Hochstöger

    Die größte Hoffnung in diesen Zeiten gibt der neue Papst Franziskus, welcher den Mächtigen in bisher ungewohnt direkter Art den Spiegel ihres organisierten Versagens hinhält.

    “Diese Wirtschaft tötet” ist ein wohltuender Gegenpol zu vorgeblich christlichen-sozialen Botschaften der drohenden Machart “Die Wirtschaft gehört entfesselt”.

    • Klaus Woltron

      Das hat schon Jesus gesagt, als er die Zocker aus dem Tempel trieb. Hats genützt?

      • Johann Hochstöger

        Der neue Papst erkennt, so wie Jesus, dass sich die Kirchenführer nicht länger in diplomatischem Geschwätz üben dürfen und solcherart in Pauschalverdacht geraten Förderer oder gar Gehilfe längst überwunden geglaubter Ausbeutung und Sklaverei zu sein.

        Dazu ist seine breit verständliche einfache Sprache ein probates Mittel sowie deutliches Signal an die Mächtigen, vor allem demokratisch legitimierter Politik, nicht zuzulassen auch die Menschen zum Spielball einer Ethik und Werte verhöhnenden Wegwerf- und Konsumgesellschaft zu machen.

        Ob die sich besinnen oder zum voodoo-ökonomischen Gegenangriff blasen wird sich weisen. Denn allzuviel Zeit für nachhaltige Veränderungen wird Franziskus’ nicht bleiben.

        Auf alle Fälle verdienen seine Wortmeldungen wesentlich mehr Aufmerksamkeit als Sager unserer Einheitspartei SPÖVP.

  3. Klaus Woltron

    Es ist immer noch zu früh, sich zu engagieren. Ohne Kompost kein Gemüse, schade ums Umstechen.

  4. Nettozahler

    @ johann hochstöger: “Diese Wirtschaft tötet” ist der größte ketzerische Schwachsinn, der jemals aus dem Vatikan kam und von schlichten Gemütern nachgebetet wird. Dieses kritisierte Wirtschaftssystem, das immer noch alles andere als perfekt ist, hat in den letzten Jahrzehnten hunderte Millionen von Mesnchen aus bitterster Armut befreit und ebensoviele vor dem sicheren Hungertod bewahrt.
    Daher, zuerst denken – wenn möglich – dann posten.
    Ansonsten ist Peter Rabls Kommentar voll zuzustimmen.

    • Johann Hochstöger

      Ob sie die Kompetenz haben schlichtes Gemüt objektiv zuzuordnen bewzweifle ich.

      Die zweifellosen Verdienste des kapitalistischen Wirtschaftssystems rühren aus einer Epoche die unter dem Begriff “soziale Marktwirtschaft” in die Geschicht einging. Der letzte welcher diese Wort hierzulande noch verschämt strapazierte Josef Riegler.

      Mit dem Niedergang des Kommunismus hatte dieses seinen Zweck eingebüßt und die Allmacht des Marktes, welche vorgeblich alles selber regelt, wurde zum alles beherrschenden Doktrin.

      Die negativen Folgen dieser Dominanz spüren immer mehr Menschen rund um den Globus. Allein in Europa gibt es verstärkte Armut samt Arbeitslosenzahlen wie seit der Zwischenkriegszeit nicht mehr. Die Wirtschaft vernichtet seit Jahren nur noch Millionen Arbeitsplätze und schafft durch subsubsub-Kultur primär Mc-Jobs mittels prekären Arbeitsverhältnissen.

      Demokratisch legitimierte weltliche Politik hat in den letzten 20 bis 25 Jahren ihr Primat des Handelns leichtsinnigerweise an den Portokassen der Konzerne und Finanzeliten abgegeben und vermittelt immer weniger das Gefühl noch Herr des Geschehens zu sein.

      Und in diese Eiterbeule hat Franziskus gestochen. Die vom derzeitigen Wirtschaftssystem profitierenden Cliquen sind halt irritiert das er gewohnte diplomatische Zurückhaltung vermissen lässt und Klartext redet.

      Mit Ketzerei oder Schwachsinn hat dies nichts zu tun. Nicht alle – aber immer mehr Menschen verstehen die Botschaft.

      • Nettozahler

        Hunderte Millionen Menschen, die aus bitterster Armut und vom Hungertod befreit wurden wären Argument genug. Nur offenbar nicht für schlichte Scheuklappenträger. Macht aber nix.Die hunderte Millionen Menschen freuts auch heute noch.

        • Johann Hochstöger

          Ihre Unbedarftheit outen sie getrost weiter wenn es ihnen Spass macht.

          Aber lassen sie nicht unter den Tisch fallen, dass sich die Arbeiterschaft selber aus “bitterster Armut und vom Hungertod” befreite, indem sie sich organisierte und ihren gerechten Anteil am Kuchen blutig erkämpfen musste.

          Sie tun ja geradezu als ob das herrschende Establishment vor mehr als 150 Jahren bekehrt wurde und aus humanen Erwägungen auf 12-Stundenschichten sieben mal die Woche, Kinderarbeit, keinen Urlaub, keine soziale Absicherung bei Krankheit oder Invalidität etc. verzichtete und soziale Reformen zuließ.

          • Nettozahler

            …. sich die Arbeiterschaft selber aus “bitterster Armut und vom Hungertod” befreite …. Stalinismus und der Arbeiter und Bauernstaat sprich DDR waren die Folge.
            Das ist Gott sei Dank Geschichte!

  5. Andrea Hodoschek

    Dem ist nichts hinzuzufügen

  6. Hubert Feichtlbauer

    Ich wolllte, der Rabl hätte nicht Recht. Aber vieles deutet darauf hin, dass ich mit dieser Hoffnung Unrecht habe.

  7. Der Realist

    was einem am Häusl eben so einfällt.

  8. Stefan Wehmeier

    Alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen, haben eine monokausale Ursache, die schon vor über drei Jahrtausenden erkannt wurde. Weil aber noch niemand wusste, wie diese “Mutter aller Zivilisationsprobleme” zu überwinden ist, wurde sie von der Religion (künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten) aus dem Begriffsvermögen der halbwegs zivilisierten Menschheit ausgeblendet, damit das, was heute “moderne Zivilisation” genannt wird, überhaupt entstehen konnte. Die Religion mutierte vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode und führte letztlich dazu, dass wir mittlerweile zwei Jahrtausende hinter dem eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation zurückhängen.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/einfuhrung-in-die-wahrheit.html

  9. A. Schreiber

    Wenn Fischer auf den Kalender geschaut hätte, hätte er das Begräbnis in SA und die W.Brandt Erinnerung wahrgenommen. Hättiwari,…

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