Fundsachen (4)

Passend zu den jüngsten Diskussionen um weitere Privatisierung von Staatsanteilen an großen Unternehmen die Meldung eines deutschen Aktionärsbriefs:

EADS: Weniger Jobs, höhere Dividendenausschüttung

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS streicht 5.800 Stellen, davon 2.600 in Deutschland. Vor allem die Rüstungs-und Raumfahrtsparte ist von den Stellenstreichungen betroffen.

Konzernchef Enders will durch diese Maßnahme die Wettbewerbsfähigkeit im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft steigern.

Kurz darauf hat EADS eine neue Dividendenstrategie verkündet. In Zukunft sollen 30% bis 40% des Jahresgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Das Unternehmen will sich dadurch stärker an privaten Investoren orientieren, nachdem die Staatsbeteiligung der Länder Deutschland, Frankreich und Spanien mittlerweile auf 27% beschränkt ist.

(Hervorhebung derRabl)

Kommentare

  1. workforcetrust

    Die alten Philosophen stritten sich über den Ursprung der Ideen, aber waren sich einig, wenn es galt, die Arbeit zu verabscheuen. http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm

  2. Rudolf Langer

    Wenige freuen sich, wenn die Schere weiter aufgeht.
    Aber wenn sich’s die Mehrheit gefallen lässt – wir leben ja in Demokratien. Ob die Menschen für diese Staatsform wirklich reif sind, ist eine berechtigte Frage. Diese zu stellen schickt sich trotzdem nicht …

  3. Johann Hochstöger

    “Das Roß das den Karren zieht, kriegt meist den Hafer nit”, sagt ein alter Spruch.

    Auf EADS übersetzt: Jene die den geringsten Anteil am produktiven Mehrwert leisten dürfen sich unter Prämissen der Allmacht des Marktes ein immer größeres Stück vom Kuchen abschneiden. Was nicht erwirtschaftet wird um Investoren geneigt zu machen wird in den voodoo-ökonomischen Alchemiestuben der Konzernbosse ausgeheckt.

    Die Finanzwirtschaft ist auf bestem Wege die Realwirtschaft den auschliesslichen Interessen des Kapitals zu unterwerfen. Dies führt zu absurden Leistungsanreizen fürs Management, welche zerstörte Arbeitsplätze auch noch honoriert und die Kopfprämien an Investoren weiterreicht.

    Demokratisch legitimierte Politik wäre zwar nicht machtlos um überbordende Ansprüche des Marktes zu domestizieren, gibt sich aber lieber rat- bis hilflos und darf dafür an den Porto- und Spesenkonten der Konzerne schnuppern.

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